Dezember – Januar Veranstaltungen in Lemberg

Das Weihnachtsfestival

Datum: 06.01.-21.01.

Ort: Stadtzentrum, Rynok-Platz, Swobody-Prospekt

Da Weihnachten in der Ukraine am 7. Januar und dementsprechend der Heilige Abend am 6. Januar gefeiert wird, wird jährlich von 6. bis 21. Januar Weihnachten gefeiert. Das Weihnachtsfest dauert so lange, weil nach ukrainischer Tradition die Weihnachtszeit am 13. Dezember beginnt und am 21. Januar endet.

Der 13. Dezember ist der Tag des Heiligen Andreas, des Märtyrers, der ans Kreuz geschlagen wurde. Am Abend vor diesem Tag versammelten sich junge Leute in einem Haus, spielten Spiele, versuchten miteinander zu flirten und Paare zu bilden. Spät in der Nacht blieben nur unverheiratete Mädchen zusammen und wahrsagten. In dieser Nacht sollten sie bestimmen, ob sie in diesem Jahr allein bleiben oder jemanden heiraten. Diese Tradition ist noch heute sehr verbreitet und beliebt.

Die verbreiteste Wahrsagenmethode sieht folgenderweise aus: Man nimmt eine bestimmte Anzahl kleiner Papierblätter, die dem Geburtsdatum der Wahrsagerin entspricht, und verteilt sie unter unverheirateten Frauen. Diese schreiben auf jedes Blatt einen Männernamen und falten die Blätter so, dass der Name nicht sichtbar ist. Ein Blatt bleibt leer, ein weiteres wird von der Wahrsagerin selbst ausgefüllt. Ist die Wahrsagerin am ersten Tag des Monats geboren, nimmt man 30 Blätter. Am 12. Dezember versteckt man alle Papierblätter unter dem Kissen und schläft darauf. Am nächsten Morgen holt man alle Papierstücke heraus, fragt laut, mit wem man in nächsten Jahr zusammen sein wird und wählt ein Papierchen, ohne zu wissen, welcher Name darin geschrieben steht. Wählt man ein leeres Papier, wird man im nächsten Jahr ohne Partner sein. Der Name im Papier hingegen verrät den Mann, mit dem man im nächsten Jahr zusammen sein wird.

Ob das stimmt oder nicht stimmt, soll jeder für sich selbst entscheiden. Die Hauptsache ist gute Stimmung und der Glaube an die zauberhafte Nacht vor dem Andreastag.

Der nächste wichtige Tag in der Reihe der Weihnachtsfeiertage ist der 17. Dezember, der Tag der Heiligen Barbara (ukr. Warwara). Sie ist die Gönnerin aller jungen Frauen. An diesem Tag darf man keine Handarbeit erledigen. Nur Sticken, Stricken, Häkeln und Stricken mit Glasperlen sind nicht nur erlaubt, sondern auch gefordert, weil die Heilige dieses Gewebe besonders ehrt und gönnt. Im Volk sagt man auch: „Heilige Warawara hat die Nacht abgerissen“, weil nach diesem Tag das Kürzen der Nacht aufhört.

Der 19. Dezember ist der Tag des Heiligen Nikolaus. An diesem Tag bekommen Kinder verschiedene Geschenke von dem grauhaarigen Alten, wenn sie sich gut benommen haben. Waren sie nicht so brav und haben ihren Eltern Sorgen gebracht, finden sie eine Rute unter dem Kissen.

22.12. ist der Tag der Heiligen Anna, der großen Prophetin und Gönnerin.

01.01. – das Neue Jahr.

06.01. – der Heilige Abend. An diesem Abend versammelt sich die ganze Familie um den Tisch mit zwölf Fastenspeisen, weil die Fastenzeit bis zu diesem Tag andauert. Die zwölf Speisen symbolisieren die zwölf Heiligen Apostel. Im Zentrum des Feiertisches steht Kutja, eine besondere ukrainische Weihnachtsspeise aus Honig, Rosinen, Mohn, Nüssen und Weizen. Das spezielle Weihnachtsgetränk heißt Uswar und wird aus trockenen Früchten gekocht.

All das und noch mehr kann man in Lemberg während des Weihnachtsfestivals sehen. Im Westen der Ukraine und in deren historischem und kulturellem Zentrum Lemberg werden alle traditionellen Feste besonders spektakulär und authentisch gefeiert. Weihnachten ist dabei besonders wichtig.

Zu der Weihnachtszeit werden überall in der Stadt feierliche Koljadky (traditionelle Weihnachtslieder) gesungen und besondere weihnachtliche Prozessionen (Wertepen) durchgeführt. Sie stellen die Geburt Jesu Christi dar. Auf dem Swobody-Prospekt und Rynok-Platz werden traditionelle Weihnachtsmärkte und Festspiele durchgeführt. Feierliche Stimmung, traditionelle Speisen und Kunstwerke erfreuen Besucher aus allen Ecken der Welt.

Nicht zu vergessen ist das schon seit einigen Jahren traditionelle Pampuch-Fest in Lemberg. Pampuch ist ein traditionelles Milchbrötchen, das häufig zu Weihnachten gegessen wird. Das Fest findet am 8. und 9. Januar im Hof des Rathauses statt. Lemberger Bäcker präsentieren ihre Meisterwerke Pampuchy, stellen sie allen Interessenten zur Verfügung und überlassen sie dem Urteil von Einwohnern und Gästen der Stadt.

14.01. ist der Tag des Heiligen Basilius (ukr. Wassyl). Im Volk tragen die Tage des 13. und 14. Januars den Namen „Das alte Neue Jahr“. Bis 1918 hat die Ukraine nach dem Julianischen Kalender gelebt. Der Unterschied zwischen Julianischem und Gregorianischem Kalender beträgt 14 Tage. Die meisten kirchlichen Feiertage werden auch heute noch nach dem Julianischen Kalender begangen. Das erklärt auch den zeitlichen Unterschied zwischen katholischem und orthodoxem Weihnachten. Das zweite Neujahr nach der alten Zeitrechnung wird noch heute lustig gefeiert, besonders unter Jugendlichen. Es werden Schtschedriwky gesungen (Sylvesterlieder) und eine feierliche Prozession von Haus zu Haus geführt. Die Prozession besteht aus vergekleideten Jugendlichen mit einem Stern auf einem langen Stock, die traditionell eine Ziege, den Teufel, Zigeuner, einen Arzt und einige andere Figuren darstellen. Sie besuchen alle möglichen Häuser und Höfe, singen Schtschedriwky und verstreuen überall, wo sie sind, Weizenkörner, was den Hausherren viel Glück und gute Ernte im neuen Jahr bringen soll.

18.01. ist der so genannte zweite Heilige Abend vor der Feier der Taufe Jesu. An diesem Tag fasten Gläubige und setzen sich erst an den Tisch, wenn der erste Stern am Himmel erscheint. Danach werden Fastenspeisen und das „Hungrige Kutja“ mit wenigen Komponenten gegessen.

Am nächsten Tag, 19. Januar, wird überall im Land in Erinnerung an die Taufe Jesu im Fluss Jordan Wasser von Priestern geweiht. Deswegen trägt die Feier auch Namen wie „Jordan“ und „Wodochreschtschja“ (Wassertaufe). Das Wasser soll an diesem Tag in allen Gewässern, selbst in der Leitung heilende Eigenschaften besitzen. Man badet überall: im Fluss, See, Badewanne und Schwimmbecken. Das soll allen, die daran glauben, Gesundheit und Schönheit bringen. Das Baden – sogar bei den niedrigsten Temperaturen – wird ermuntern und die Menschen glauben, dass sie auf keinen Fall krank werden können, weil das Wasser vom Heiligen Geist gesegnet ist und keine Gefahren mit sich bringt.

Damit geht die Weihnachtszeit zu Ende und man wartet auf das schnelle Ende des Winters und bereitet sich auf den Frühling vor.

Das Festival „Das große Koljada“

Ort: der Dominikaner-Dom (Musejna Platz 1)

Schon seit 12 Jahren findet in Lemberg jedes Jahr zu den Weihnachtszeiten bis zum 30. Januar das Festival „Welyka Koljada“ („Das große Koljada“) statt. Der Name kommt von dem ukrainischen Begriff „Koljadka“, was ein traditionelles Weihnachtslied bezeichnet. Deswegen wird das Singen von lemkischen Koljadkas, Schtschedriwkas und Weihnachtsgedichten im Rahmen des Festivals nicht ohne Grund gefördert. Im Programm des Festivals standen schon über 80 Musikkollektive, während ihre Anzahl weiter zunimmt.

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